Gretsch
Sechster beim Weltcup in Los Angeles
22.01.2007
Patrick Gretsch hat
sich bei seinem ersten Bahn-Weltcup der Elite-Klasse nicht von der Anwesenheit
der erweiterten Weltspitze beeindrucken lassen und ist in der Einerverfolgung
starker Sechster geworden. In 4:31.928 Minuten benötigte der Zeitfahrspezialist
vom Thüringer Energie Team in der Qualifikation nur zweieinhalb Sekunden länger
für die 4000 Meter als der spätere Sieger Vitaliy Popkav (Ukraine). Gerade mal
eine Sekunde fehlte dem 19-Jährigen auf Sergi Escobar (Spanien), der schon
Weltmeister und bei den Olympischen Sommerspielen in Athen 2004 Dritter dieser
Disziplin wurde. Trotz der guten Leistung war Gretsch ein wenig enttäuscht. Er
verpasste bei seinem Debüt das kleine Finale nur um eine halbe Sekunde.
„Wenn Patrick sein Gegner Sam Bewley aus Neuseeland hätte einholen können, wäre
sicher noch mehr drin gewesen. In so einer Situation, wenn man den anderen vor
sich sieht, kann man sich noch einmal richtig motivieren und ranquälen“, sagte
Trainer Jens Lang, der sich dennoch sehr über die Leistung freute. Gretsch habe
nun endgültig bewiesen, trotz seines noch jungen Alters zu den besten
Verfolgern Deutschlands zu gehören und auch dem Druck bei einem internationalen
Wettkampf gewachsen zu sein. Angesichts seiner Stärke, sich im zweiten Lauf
noch einmal zu steigern, glaubt Lang zudem, dass auch ein Podiumsplatz drin
gewesen wäre. Denn im kleinen wie im großen Finale konnte kein Fahrer seine
Zeit aus der Qualifikation bestätigen.
Das große Finale gewann Vitaliy Popkov (4:31.519) vor dem Franzosen Fabien
Sanchez (4:37,066). Um Platz drei setzte sich der Russe Valeriy Valynin
(4:34,554) im Fotofinish hauchdünn gegen Sergi Escobar (4:34,593) durch. Die Bahn
im Home-Depot-Center von Los Angeles zählt nicht zu den schnellsten, wie etwa
Moskau oder Manchester. Deshalb ist die Zeit von Gretsch, der in der letzten
Saison auch seine Qualitäten auf der Straße bewiesen hat, sehr hoch zu bewerten.
In der Mannschaftsverfolgung
konnte der Deutsche Bahnvierer, der nur aus U-23-Fahrer bestand, nicht mit der
Spitze mithalten. Frank Schulz, Christian Kux, Stefan Schäfer und Patrick
Gretsch
kamen in 4:17,950 Minuten auf Platz neun. Hier gewann das Quartett aus der
Ukraine in 4:10,063 Minuten vor Dänemark, Russland und Großbritannien.
Weltcup-Debüt für Patrick Gretsch 18.01.2007
Patrick
Gretsch hat gute Erinnerungen an die 250 Meter lange Bahn im Home Depot
Center von Los Angeles. 2004 wurde der Zeitfahrspezialist vom Thüringer
Energie Team hier Vizeweltmeister mit dem deutschen Juniorenvierer.
Morgen startet er an gleicher Stelle erstmals bei einem Weltcup der
Elite.
„Er
soll seine Zeit vom 9. Januar bestätigen und somit zeigen, dass er auch
im Winter stabile Leistungen erbringen kann“, sagt Jens Lang vor der
morgigen Einerverfolgung. Zu viel Druck will er auf seinen Schützling
nicht ausüben, zumal der 19-jährige Gretsch erst kürzlich wieder in
Frankfurt/Oder sein enormes Talent bewies. Dort gewann er das jährliche
U-23-Sichtungsrennen des Bundes Deutscher Radfahrer über 4000 Meter in
4:32,59 Minuten deutlich vor Jörg Lehmann (Cottbus/4:40.64) und Frank Schulz (Berlin/4:40.97). „Das war nur aus dem Training heraus, ohne große Vorbereitung, fast
exakt die Zeit, mit der Patrick bei der Deutschen Meisterschaft letzten
Sommer Guido Fulst um Platz drei niedergerungen hat. Das lässt hoffen“,
sagt Lang, der nur selten ins Schwärmen gerät, aber bei Gretsch einfach
nicht anders kann: „Die Position auf seinem Zeitfahrrad, der Ehrgeiz im
Training und der Biss im Rennen, wenn er auf Zuruf noch mal anruckt,
das ist beeindruckend. Die Arbeit mit ihm macht richtig Spaß.“
Nach
der morgigen Einerverfolgung soll Gretsch auch im Vierer am Samstag
starten. Allerdings war dies die Planung laut Vornominierung.
Entscheidungen, wer wann ins Rennen geschickt wird, behält sich
Bundestrainer Bernd Dittert bis kurz vor den jeweiligen Start vor.
Der
Weltcup in Los Angeles ist nach Sydney und Moskau der dritte der
Saison. Der nächste folgt vom 23. bis 25. Februar in Manchester, an dem
Daniel Becke teilnehmen wird. Dann folgt eine Vorbereitungszeit auf
die Bahnmeisterschaften in Palma de Mallorca vom 29. März bis 1. April.
Hierfür will sich vor allem Becke qualifizieren. Gretsch fast zudem die
U-23-EM in Cottbus (11. bis 15. Juli) ins Auge.
Patrick gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Dittert beim Bahntraining in Los Angeles
Viel Lob für Patrick Gretsch 20.09.2006
In einer Spitzengruppe mit Sebastian Lang, Frank Schleck und Patrick Sinkewitz – für Patrick Gretsch war es ein aufregender Tag, aber vor allem ein brutal harter. "Am Wochenende war ich noch erkältet, deshalb musste ich mich ganz schön quälen. Am Anfang hatte ich sogar Krämpfe und bin fast krachen gegangen", ließ Gretsch hörbar abgekämpft von der Massagebank aus verlauten. Nach rund 30 Kilometern bildete sich bei Gotha eine 15-köpfige Spitzengruppe, in der das Thüringer Energie Team mit Patrick Gretsch und Gastfahrer Enrico Prix (Cottbus) vertreten war. An der ersten Bergwertung des Tages, oben auf dem Inselsberg, waren nur noch zehn Mann übrig. Darunter auch Gretsch. An der zweiten Bergwertung auf dem Hohen Meißner (50 Kilometer vor Kassel) aber machten die Favoriten Sebastian Lang, Patrick Sinkewitz und Frank Schleck richtig ernst. Schleck, der Etappensieger von L’Alpe d’Huez attackierte so heftig, dass die Gruppe zerflog und nur Lang sowie Sinkewitz folgen konnten. Der Erfurter Gerolsteiner-Profi war nach dem Rennen aber voll des Lobes über Gretsch: "Mein lieber Mann hat der sich gequält, Respekt. Solche Rennfahrer mag ich. Davon brauchen wir mehr."
Auch der Sportliche Leiter des Thüringer Energie Teams Jens Lang zeigte sich beeindruckt: "Er war der Jüngste in der Gruppe und ist ganz stark gefahren. Auch wenn er zum Schluss nicht mehr mit durch die Führung gegangen ist und am Berg nicht folgen konnte."
In der Gesamtwertung konnte sich Patrick nach dem Zeitfahren sogar noch um einen Platz verbessern. Nach zwei weiterem schweren Etappen, bei dem Patrick im vorderen Hauptfeld ankam belegte er letztendlich einen hervorragenden 7. Platz in der Gesamtwertung sowie den dritten Platz in der Nachwuchswertung hinter Christian Knees (Milram) und dem Gerolsteiner-Stagiaire Johannes Fröhlinger.
Als letztes Rennen wird Patrick nun noch die am 1. Oktober in Traunstein stattfindende Deutsche Meisterschaft Berg bestreiten.